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Foto Produktfotos im Internet



Stativ

Greenscreen für alle


"Greenscreen" heißt der Trick, um Objekte in einem Foto freizustellen. Wenn man weiß, wie es geht, ist es ganz einfach und mit jedem Fotoapparat nutzbar. Sie installieren einmalig folgendes kostenloses Windows-Programm: Paint.net, welches als Gegenprodukt zum von Microsoft mitgelieferten Paint entworfen wurde - und mehr kann als wir für den Zweck der Verkaufspräsentation im Internet brauchen oder haben wollen. Deshalb kann es trotz Google und Youtube elend schwer sein, manche einfache Funktion zu finden. Diejenigen, die wir für unsere tägliche Arbeit brauchen, erklären wir hier.
Alles, was man vorab benötigt, ist preisgünstige grüne Fotopappe. Der deutlich teurere Stoff muß es für unsere Zwecke nicht sein. Andere grüne Hintergründe aus dem Haushalt werden in der Regel nicht oder nur enttäuschend funktionieren. Aber wenn man kräftiges Hellblau griffbereit hat, wird man für unten stehenden ersten Test oft sofort recht gute Ergebnisse erzielen.

Nach der Installation von Paint.net laden Sie das Plugin ChromaKeyPlugin.dll und kopieren die Datei in den Order "Effects" von Paint.net. Unter dem Menüpunkt "Effekte" besteht eine Option "Foto" und eine weitere, die "Photo" heißt. Letztere ist für das Freistellen wichtig. Die Hintergrundfarbe wird dabei nicht in weiss umgewandelt sondern transparent.

Rufen Sie unter Effekte/Photo die Funktion "ChromaKey" und spielen Sie mit den wenigen Optionen. Schon das erste Ergebnis wird positiv überraschen.



Anmerkung: Wenn man Objekte aus bereits gemachten Bildern freistellen möchte, gibt es den "Zauberstab". Sie klicken den Zauberstab in der Toolbox an, klicken auf den Hintergrund, drücken anschliessend die Taste "Entfernen" und werden umgehend wahnsinnig, weil es bei einzelnen Objekten mit klaren Farbtrennungen toll klappt, aber in der Masse vieler unterschiedlicher Objekte herzlich wenig funktioniert. Es wird zuviel oder zuwenig weggenommen. Sie spielen am Regler "Toleranz" und Sie wünschen sich Photoshop, weil es damit doch gehen soll.

"Greenscreen" ist durch die vereinfachende Vorbereitung wesentlich automatischer und damit für die massenhafte Bearbeitung stark unterschiedlicher Buchartikel trotzdem einsetzbar. (Für polygone Objekte, wie Spielzeugautos, Parfümflaschen, Puppen etc. gillt die Regel, daß man auf Dauer doch professionelles Licht wie im Fotostudio braucht.)  


Die Entscheidung - Grafiker, Fotograf oder Produktverkäufer?

An dieser Stelle haben wir uns vor Jahren entschieden, nicht Grafiker und nicht Fotografen werden zu wollen. Wir wollten und wollen Bücher verkaufen, ein Antiquariat sein. Gleichzeitig haben wir nicht vor gehabt, Programmierer zu werden. Das sind wir auch alles nicht geworden, aber wir haben gelesen. Und zwar Anleitungen und gegoogelt.

Unter http://forums.adobe.com/message/5986390 gibt es ein herrliches Beispiel für mißlungene Ratsuche im Internet.

Die Grafiker, Fotografen und Programmierer wollen offenbar auch keine Erzähler werden.

Dabei hätte Google, zumindest heute und mit den Schlagworten "Lightroom" und "Greenscreen" sofort mehr als einmal Lösungsvorschläge gebracht, unter anderem http://photodjp.com/cut-it-out-an-adoble-lightroom-tutorial/

Erst verärgert und falsch informiert, anschliessend kommt eine Lösung, aber diese ist zu groß, zu teuer, zu sehr Hobby, hat nichts mit dem von uns anvisierten regelmässigen kleinen Internetverkauf zu tun. Man muß sich also einmal entscheiden. Fotografieren als Mittel zum Zweck, nicht schön, aber für den Zweck gut genug. (Damit wird auch verständlich, warum fotografische Nachbearbeitung teuer ist und sein muß, das ist eine andere Sportart.)


Verkaufspsychologie oder
Warum noch mehr installieren, wenn es doch schon mit Paint.net funktioniert?

Wenn Sie auf der grünen Pappe ein Buch einmal auf den Schnitt stellen und einmal den Deckel abfotografieren und sich anschliessend die beiden Bilder betrachten, werden Sie feststellen, daß der Rücken erheblich größer abgebildet ist, als der Deckel. Logisch, die Oberflächen waren ja auch unterschiedlich dicht am Objektiv.

Denn - nur ein einziges Bild ist kein eigenes Bild. Es wirkt ausgerechnet bei denen, die sich Mühe geben, als wenn man sich nur an ein fertiges Bild angehängt haben würde. Als Kunde ist man verunsichert, weil man fürchtet, daß das finale Produkt anders aussieht. Manchmal ist das nicht wichtig, aber manchmal eben schon. Gerade im Versand.

Ein gutes Produktfoto könnte so aussehen:

 

Auf diesem Bild erkennt die Kundschaft den Rücken, wie es im heimischen Regal aussehen wird, kann den Deckel wiederkennen und erhält einen Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis. Auf Anhieb ersieht man die französische Sprache.



Man muß lediglich mit der WebCam oder dem Handy oder was auch immer, diese drei Auschnitte auf grüner Pappe abfotografieren und fügt sie anschliessend in Paint.net zusammen. Nun weiß man also, was man will.
Jedes einzelne dieser Bilder wäre nicht tauglich für den Fotowettbewerb. Aber dieser Überblick, diese Art der Präsentation von Angeboten für diese klare Zielgruppe ist völlig situationsgerecht.
Als Kunde erkenne ich die Schriftart (Fraktur oder Latein), den Rücken (wie er in meinem heimischen Regal stehen wird) und den Deckel, wenn ich es wiederkennen möchte.

Die Qualität wäre auch ausreichend für einen Email-Anhang oder sogar einen kleinen Handkatalog, der am eigenen Schreibtischdrucker ausgegeben und an wenige Kunden versandt wird. Nur eine Forderung besteht - man muß diese Qualität regelmässig herstellen können und wollen. Sprich, es muß dauerhaft wirtschaftlich sein.

An dieser Stelle kommt unser erster und geringster Beitrag zur OpenSource-Szene: Skripte, die aus Kommandozeilen-Werkzeugen Ergebnisse holen, die das Leben leichter machen.
Damit diese Skripte funktionieren, müssen Sie ein einziges Mal Basisprodukte installieren. Anschliessend gibt es einzeilige Windowsbatches, eine HTML-Seite, die man gestalten oder erweitern kann, aber nicht muß, bis hin zu etwas anspruchsvollen Unix-Skripten. Open Source zum Mitmachen für Einsteiger.
Und es gibt eine Datenbank, nicht von uns, sondern in unserem Auftrag entwickelt. Das ist ein größeres Produkt und steht frei zur Verfügung. Das ist dann der größere Beitrag zur Open-Source-Szene. Und es ist ein weiterer Ansatz die offene Nutzung von Technik so durchzureichen, daß es einen wirtschaftlichen Nutzen hat für jene, die sonst sehr oft aussen vorblieben. Deshalb gibt es heute eine Windows-Produktfamilie, die ich erwähnen mag: DARP.


Kleiner Beitrag zum Lebensunterhalt bis hin zur Selbstanstellung


"DARP-Foto" ist eines der Mitglieder dieser Produktfamilie. Die unten stehenden sehr mächtigen Tools werden nicht mitgeliefert, sondern müssen wie Paint.net und das Plugin Chroma.key einzeln installiert werden, wenn man sie noch nicht hat

ImageMagick

Das Tool der Wahl, wenn man automatisiert grafische Effekte erstellen möchte.

Für einen Eindruck, was alles möglich ist, gibt es diese Seite http://www.fmwconcepts.com/imagemagick/index.php
Der einzige Nachteil ist, daß man diese Skripte eher selten selbst nutzen kann, weil sie einfach zu kompliziert sind. Es geht aber auch einfacher, wenn man sich die Beispiel ansieht.

Um diese Aufgabe effizient zu lösen, sind wir auf ein Unix-Lösung für Windows verfallen, die kleine starke Skripte erlaubt:

MinGW

Denn das Skript muß nicht nur Bilder zusammenfügen, es soll vorher noch das Objekt innerhalb des Grüns erkennen und innerhalb der Bildgröße dieses Objekt maximal groß ziehen und dann erst sollen die Objekte zu einem einzigen zusammengefügt sein. Das erforderte einen Kompromiß.

Mal werfen dicke Bücher starke Schatten, dünne gar nicht usw. usw.. Sie suchen sich selbst aus drei verschiedenen Varianten aus, welche Darstellung Ihnen gefällt. In der Hälfte aller Fälle ist die erste Option die beste, in den übrigen kann man fertige Sets oder einzelne Bilder wählen.
Die Freistellung wird fast immer in einer sehr schnellen Nachbearbeitung in Paint.Net erfolgen.

Der gesamte Zeitaufwand für ein Buch stärkeren Umfanges, um Rücken, Deckel und Inhaltsverzeichnis aufzunehmen, liegt bei unter zwei Minuten. Für ein Taschenbuch, welches ohnehin mit Bild und Inhaltsangabe auf Amazon gelistet ist und nur Cent-Beträge einbringt, macht das wenig Sinn. Für alle anderen Titel, die älter als zehn Jahre sind, ist es eine Überlegung wert.

Tesseract

Sehr viel leichter entdeckbar werden solche älteren Titel, wenn ein Auszug oder Klappentext in der Beschreibung vorangestellt ist.
In einem weiteren Skript gibt es die Möglichkeit, diesen an ein OCR-Programm zu übergeben, um das Bild in Text für Ihre Beschreibung zu wandeln. Das funktioniert auch mit Frakturschrift. Solange es kurze Texte sind, sind die Ergebnisse häufig brauchbar. Zusammen mit der in Windows 7 mitgelieferten Spracherkennung ist es überzeugend. 
Keine Frage der Sicherheit sondern Stil

Apart wird es, wenn man sich eine kleine, oft mystifizierte Spielerei in Erinnerung ruft - Steganographie.
Das ist die Kunst eine Information so zu verstecken, daß normale Beobachter die Briefzustellung gar nicht erst sehen. Kurz und treffend erklärt in diesem Artikel.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Vor der NSA oder fitten Anwendern schützt es ganz, ganz sicher nicht, vor den lokalen Kollegen schon eher. Allerdings nur solange wie das Bild unverändert bleibt, sonst ist die versteckte Datei schlichtweg verloren.

Einzelkämpfer im Büro haben oft keine Server und keine verschlüsselten Backups. Da liegen Darlehensverträge, Mahnungen, wütende Protestbriefe komplett offen auf der Festplatte herum. So daß auch der sporadisch notwendige "PC-Freak" zufällig und für beide unbeabsichtigt in Dinge reinlaufen könnte, die man nicht öffentlich macht. Ist die Platte nun nach einem Mißgeschick nicht mehr zugänglich, die Daten aber noch da, kann man nichts mehr löschen.

Diese Klientel der Normalbürger braucht keine Verschlüsselung, weil man Passworte vergessen kann und man hat nur Peinlichkeiten, keine Geheimnisse, die man auch nur dezent für beide Parteien verdecken möchte.
Das ist nicht eine Frage der Sicherheit sondern Stil.
 

Laßt uns eine kleine Ecke des Internets verändern

Und nun rufen Sie sich in Erinnerung, daß digitale Bilder Exif-Daten enthalten können (aber nicht müssen). Eine umfangreiche Seite mit allen Infos bietet der Autor von ExifTool.

Von all den Informationen, die gespeichert werden können, interessiert uns nur das Kommentarfeld, in dem man einen beliebigen Text eintragen kann. Das heißt, man kann also auch einen HTML-Text eintragen. Auf dieser